Wo findet sich das Glück?

Die meisten Menschen antworten vielleicht mit Dingen, die ihnen wichtig sind. Oder die sie sich für die Zukunft wünschen. Das wären vielleicht gesunde Kinder, einen aufregenden Beruf, ein schönes Auto. Aber ist dies tatsächlich gemeint? Und haben wir nicht viel grösser zu denken?

Fangen wir klein an, nämlich bei der Frage an sich.

„Wie“ benutzen wir in den meisten Fällen dazu, eine bestimmte Sache genauer zu erforschen, also etwas über die Hintergründe oder Einzelheiten zu erfahren. Das Verb „wollen“ drückt den Willen aus, etwas unbedingt zu tun. Es ist stärker als ein Wunsch, als etwas, das wir möchten. Wer sind „wir“? Wir als Individuen? Wir als Persönlichkeiten mit unserem direkten Umfeld? Wir in unserem Ort, unserem Land? Oder gar auf der ganzen Erde? Und was bedeutet für uns „leben“? Sind wir einfach da? Lenken wir unser Leben so, dass es gewisse Dinge einschliesst und es einen bestimmten Verlauf nimmt?

Leben = Freiheit & Glück?

Nicht nur die Wörter alleine, sondern auch über das grosse Ganze lässt sich vielfältig diskutieren. Die Frage ist nicht nur, welche Möglichkeiten uns das Leben bietet. Sondern auch, ob wir wirklich die Freiheit haben, so zu leben, wie wir wollen. Das ist wichtig, in Zeiten von Populismus, Ungerechtigkeiten und heftigen Umbrüchen. Können wir unsere Umwelt so beeinflussen, dass wir gerne darin leben? Welches „wir“ ist notwendig, damit wir Veränderungen bewirken können?
„Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg“ – sagte Buddha. Wie aber gelingt das? Für jeden Einzelnen? Und für alle gemeinsam?

„Jeder von uns wünscht sich Glück zu erleben und Leid zu vermeiden.

Mehr noch, jeder von uns hat dasselbe Recht, Glück zu erfahren und Leid abzuwenden. Wenn Sie akzeptieren, dass alle Wesen in dieser Hinsicht gleich sind, spüren Sie spontan zu ihnen. Aus dieser Einstellung wiederum entsteht eine aufrichtige Haltung der universellen Verantwortung.“ – Dalai Lama

Das Glück als Kern unseres Seins, das Glück als Abwendung von Leid – es gibt noch viele weitere Vorstellungen davon, was ein von Glück erfülltes Leben ausmacht. Im Buddhismus spielt die Ebenbürtigkeit aller Lebewesen und die gegenseitige Verantwortung dabei eine tragende Rolle. Glücklichsein als ein Bedürfnis, das uns alle einen sollte, statt uns zu spalten.
Das kann doch gar nicht gelingen, mögen wir denken. Heisst Glücklich sein doch viel zu häufig, mehr zu haben. Oder Besseres. Auf jeden Fall nicht weniger. Goethe bedeutet uns, dass „das wahre Glück“ die Genügsamkeit sei. „Denn die Genügsamkeit hat überall genug“. So weit, so genügsam. Glück also im Sinne reiner Zufriedenheit, mit dem, was ohnehin gegeben ist?

„Ich möchte glücklich sein, um glücklich machen zu können.“

schrieb Christian Morgenstern. Liegt der Ursprung der eigenen Zufriedenheit (und des eigenen Glücks?) womöglich darin, andere glücklich zu machen? So sieht es auch Neurobiologe Gerald Hüther. Der Wissenschaftler behauptet, dass es auf die Frage, wie wir leben wollen, sogar nur eine einzig mögliche Antwort gäbe: „Ich möchte jemand sein, der andere Menschen glücklich macht.“
Egal wen man fragen würde, beteuert der Gehirnforscher, am Ende wird die Person erkennen, dass sie nur glücklich sein kann, indem sie auf eine Art und Weise lebt, dass andere Lebewesen auch leben können. Es geht gar nicht anders. Wenn dem so ist, was bleibt also für uns zu tun?
Jetzt kommt die gute Nachricht:

Wenn ich glücklich bin, trage ich automatisch, unabdinglich und zwangsläufig zum Glück auf der Welt bei.

Als müssen wir nur eines tun: Für unser eigenes Glück sorgen. Was heisst denn nun ganz praktisch und konkret „Glücklich sein“? – Und was heisst das für Sie persönlich? Denn nur das ist entscheidend.
Das Wort „Glück“ kommt von mittelniederdeutsch gelucke/lucke (ab 12. Jahrhundert) bzw. Mittelhochdeutsch gelücke/lücke. Es bedeutete „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses. Voraussetzung für den „Beglückten“ waren weder ein bestimmtes Talent noch auch nur eigenes Zutun. Dagegen behauptet der Volksmund eine mindestens teilweise Verantwortung des Einzelnen für die Erlangung von Lebensglück in dem Ausspruch: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Demnach hängt die Fähigkeit, in einer gegebenen Situation glücklich zu sein, ausser von äusseren Umständen auch von eigenen Einstellungen und Bemühungen ab.

Glücklichsein ist nicht einfach ein konstanter und „gegebener“ Zustand.

Jeder von uns kennt glückliche Momente in seinem Leben. Und diese Wahrnehmung können wir zu einem Grundzustand werden lassen. Wir können uns ganz generell als einen „glücklichen Menschen“ wahrnehmen. Wir müssen nicht als Glückskind geboren sein und die besten Voraussetzungen in unserer Kindheit gehabt haben um auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. Wir stellen uns dort selbst hin. Dies bedeutet nicht, dass es deshalb keine „Regentage“ gibt, keinen Schmerz und keine Trauer, kein Leid und keinen Tod. Das alles gehört zu uns und unserem Leben.

Entscheidend jedoch ist der Umgang damit. Wenn wir uns bewusst sind, wer wir sind, wir unsere Stärken und Schwächen kennen und vertrauen, dass wir mit jeder Situation in unserem Leben umgehen können, dann „hauen“ uns die Ereignisse auch nicht aus den Schuhen, auch wenn Sie im Moment schwierig und unlösbar scheinen mögen.
Es ist jedoch unsere Entscheidung, wie wir auf unser Leben schauen wollen. Wir entscheiden, ob unser Glas halbleer oder voll ist. Es ist das, was wir empfinden, wenn wir dankbar und demütig dem gegenüber stehen und annehmen, was wir sind und was wir haben. Und wenn wir gleichzeitig den Mut und das Vertrauen haben, das zu ändern, was wir in unserem Leben ändern wollen.
Um dies zu erreichen, dürfen wir uns erst einmal mit uns selbst bekannt und vertraut machen. Wir gehen eine Beziehung mit uns selbst ein. Indem wir uns kennenlernen, erkennen, was uns ausmacht und was unsere eigenen Werte und unsere wirklichen Bedürfnisse sind.

Erst wenn wir uns selbst-bewusst sind, erfahren wir das Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit. Und im nächsten Schritt gehen wir in die Umsetzung im Aussen und machen uns an die Frage:

  • Wie wollen wir leben?
  • Was braucht es dazu, von uns selbst und von dem, was uns umgibt?
  • Welche Umstände und welche Umgebung brauchen wir, um glücklich leben zu können?
  • Was dürfen wir ändern, um glücklich-sein zu können?

„Glücklichsein ist eine Entscheidung“

welche die Bereitschaft bedingt Veränderungen einzuleiten und zu zu lassen. Treffen Sie die Entscheidung für Ihr Glück mit allen Konsequenzen.
Es ist uns eine besondere Freude mit unserer Arbeit mit beizutragen, dass unsere Mitmenschen ihren Weg zu ihrem Glück einschlagen.

Wenn Sie wissen wollen, wie andere Völker zu Ihrem Glück „kommen“ dann werfen Sie einen Blick auf den siebten Himmel im Himalaya; auf das Königreich Bhutan und lassen Sie sich inspirieren

Bhutan im Himalaya macht’s uns vor

 

11.09.2017